Dieses Jahr entschied sich erst in dieser 5. und letzten Etappe, wer den Gesamtsieg der Tour
erringt. Mehrere 'Bewerber' kamen in Frage. Bislang hatte jede AJO-Etappe einen anderen Sieger
gesehen. Favorit war natürlich Florian Cerny als Punktbester mit Lass, aber auch Manuel Alf mit
Silke und Wolfgang Schmitt mit Garry kamen noch rechnerisch für den Gesamtsieg in Frage.
Auch dieses Jahr haben die Organisatoren der AJO-Tour – wie bei jeder Etappe – ein anderes
Richtergespann präsentiert. Tom Huber vom BLV und wie bei der Schlußetappe der letztjährigen
Tour auch, einen Richter aus dem Ausland. In
diesem Jahr Antonin Grygar aus der Tschechischen Republik. Agility-Insidern ist er wohl mehr
bekannt als Trainer der tschechischen Agility-Nationalmannschaft. Diese Einladung von Richtern
aus dem Ausland hat sich - wie ich meine - bislang bestens bewährt. Sind sie doch völlig frei und
unbefangen, was die Kreation der Parcours betrifft und bringen neue Ideen mit ein,
die für uns neu sind.
Das soll beileibe
nicht heißen, daß unsere Richter befangen oder einfallslos wären, aber manchmal hat man den
Eindruck und ich spreche hier nur über die A3-Parcours, daß sie sich mehr an dem
durchschnittlichen Niveau der startenden Teams orientieren als Herausforderungen zu stellen.
Das zeigte sich deutlich bei den Parcours für A-Lauf und Jumping, die alle von Antonin Grygor
entworfen waren. Davon später mehr.
Am Start von den 'Grantigen' wieder die volle 'Süd'-Besetzung : Susanne mit Hank und Liz,
Andrea Deeg mit Hope, Uschi Cerny mit Age, Florian Cerny mit Lass, Günter Ammon mit Moss und Diddl.
'Wo Licht ist, ist auch Schatten', so eine Redensart. Selten traf ein Spruch auf die 'Grantigen' mehr
zu als an diesem Tag. Florian angestrahlt in der Sonne, Uschi, Andrea und Günter im Zwielicht,
Susanne an der Schattengrenze und ich voll im Dunkeln.
Der
A3-Parcours
gehört zu der Art von Parcours, bei denen man vom Start bis zum Ziel keine Atempause hat. Jede
Stelle im Parcours erfordert höchste Aufmerksamkeit. Hinzu kamen dann noch einige, bei uns
nicht so oder in dieser Form selten gestellte Sequenzen. Der Start erschien noch vergleichsweise
einfach. Man stellt sich vor die Wand, ruft den Hund ab, wartet bis er den Steg wahrnimmt und
führt ihn dann links über den selben. Dann schon die erste wirkliche Schwierigkeit – die
Kombination. Führt man weiter links und wechselt vor Hürde 4 hinter dem Hund und führt ihn
rechts über Hürde 4A oder macht man am Steg einen Belgier um nach der Hürde 4 noch einmal zu
wechseln ? Im letzteren Fall hat man für 4B eine bessere Position, allerdings ist dabei die Gefahr
sehr groß, den Hund beim Einleiten des Wechsels über die Verleitung 4B zu schieben. Außerdem
muß der Hund kurz auf der Zone warten können. Das nächste Problem war, wie man den Hund
auf die Wippe bekommt, ohne daß er eine der beiden Verleitung nimmt, insbesondere die Hürde 4.
Rückwärts Richtung Steg bewegen und einen Wechsel zum Steg einleiten. Für den Slalomeingang
mußte man den Hund 'raus drücken oder ziehen, je nach dem auf welcher Seite man sich befand.
Nach dem Slalom war die Starthürde wieder eine Verleitung, ebenso nach dem Tunnel 7 der
Sacktunnel 15. Für die Sequenz vom Slalom 6 bis zum Weitsprung 11 mußte man sich ein klares
Konzept schneidern. Zuerst die Frage, bleibt man am Steg stehen und kann den Hund in den Tunnel
schicken oder muß man, dann rechts geführt und außen, mitlaufen ? Bei der ersten Lösung sollte
man nämlich so schnell wie möglich am Weitsprung 11 sein, sonst nimmt der Hund unweigerlich Hürde
16, bei der anderen Lösung, wenn man auch nicht schnell genug dahin kommt, riskiert man Chaos
am Weitsprung und beim Weg zur Wand.
Nach der Wand, wenn man rechts führt ist die Hürde 19 und der dahinter liegende Tunnel eine
starke Verleitung. Nach dem Reifen wieder auch die Starthürde. Der Weg nach dem Tunnel 14
zum Tunnel 17 war dann vergleichsweise einfach, zwar große Distanzen, aber der Hund wird im
Sacktunnel gebremst. Nach dem Tunnel 17 war wieder höchste Aufmerksamkeit gefordert, um
Hürde 18 - nicht außen oder innen vorbeiziehen – und dann Hürde 19 zu treffen und nicht den
Reifen.
Also ein hoch interessanter Parcours, gespickt mit Schwierigkeiten, aber in jeder Phase schnell
und flüssig. Nach diesem Parcours sollte jeder wissen, wo er steht, bzw. woran gearbeitet werden sollte.
Der laufende Wettbewerb bestätigte alle 'Befürchtungen'. Dis schon nach dem Reifen, statt auf den
Steg über Hürde 9. Dis in der Kombination – beim 'Rein und beim 'Raus. Dis nach dem Slalom. Dis
nach Tunnel 7, auf dem Weg zum Tunnel 9 und danach wegen Sprung über Hürde 16 oder
'Chaos' am Weitsprung. Dis nach der Wand wegen Hürde 19. Ebenso nach dem Tunnel 17. Es
wurde wirklich keine Variante ausgelassen. Auch die 'Grantigen' verteilten ihre Dis über den
gesamten Parcours.
Zuerst Uschi mit Age, am Steg vorbeigezogen – Vw, dann mit dem Stegabgang nicht zufrieden
gewesen und zurück gesetzt – Dis. Andrea mit Hope, schöner Lauf bis zum Weitsprung, danach
an der Wand vorbei – Vw und nach der Wand Hürde 19 – Dis. Florian mit Lass, sehr schöner Lauf,
die Sequenz zum Weitsprung außen geführt, etwas zu spät Lass nach dem Tunnel in Empfang
genommen, Dreher von Lass und den Weitsprung mit ein bißchen Glück doch noch geschafft. Der
Rest dann wieder wie an der Schnur gezogen - Platz 1. Günter mit Moss hat den gleichen Weg wie
Florian gewählt, die 'ungünstige Außenbahn'. Noch später nach vorne gekommen, Dreher und
Moss sprang den Weitsprung schräg – Dis. Dann Diddl. Mein bislang schnellstes Dis. An der
Wand gestanden, Diddl abgerufen, zu früh bewegt und Diddl ist (richtigerweise) über Hürde 9
gesprungen. Das war um so ärgerlicher, weil ich diesen Fehler schon vorher bei anderen Startern
gesehen habe und wir nach diesem frühen Dis den übrigen Parcours schnell – auch die Zonen
– und wie geplant (Tunnel schicken, Kombination mit Wechseln, etc.) ohne weiteren Fehler
beendet haben.
Susanne
hatte mit Hank einen schönen Lauf, bis zur Kombination, dort das Dis beim 'Raus'. Mit Liz machte
sie den gleichen Fehler wie ich, zu früh bewegt und Liz nahm auch die Hürde 9 – Dis. (53 Starter,
9 V0, 5 V, 5 SG, 1 G, 1 NB, 32 Dis).
Die 10 schnellsten Zeiten :
| HF, Hund |
Zeit |
F.-Pkte. |
Rang |
| Frenzer, Guido, Joy | 39,83 | 5 | 11 |
| Thines, Jos, Jack | 40,46 | 5 | 12 |
| Cerny, Florian, Lass | 40,55 | 0 | 1 |
| Ammon, Esther, Mocke | 41,90 | 15 | 18 |
| Rubner, Gerhard, Jayne | 42,36 | 20 | 20 |
| Pfitzer, Jochen, Walli | 43,42 | 5 | 13 |
| Späth, Corinna, Gwendy | 44,02 | 0 | 2 |
| Alff, Manuel, Silke | 44,54 | 0 | 3 |
| Bitsch, Gerd, Bess | 45,32 | 0 | 4 |
| Röcker, Stefanie, Z Mo Mo | 47,79 | 0 | 5 |
Den anschließenden Jump-Off-Lauf gewann ebenfalls Florian Cerny mit Lass. Damit war ihm der
Gesamtsieg eigentlich nicht mehr zu nehmen.
Der
Jumping-Parcours
schloß nahtlos an den A3-Parcours an. Nicht ganz so hoch im Schwierigkeitsgrad, aber dennoch
genügend Sequenzen die absolute Aufmerksamkeit erforderten und nicht die kleinste
Unaufmerksamkeit verziehen. Wie schon im A-Lauf, die Linie muß stimmen, Korrekturmöglichkeit
gibt es praktisch nicht weil der Parcours dafür einfach zu schnell ist. Der Anfang war eigentlich
einfach. Auf Höhe der Hürde 3 abrufen, links führen und dann mit Belgier rechts geführt in den
Tunnel. Dann hat man eigentlich genügend Zeit, den Hund wieder mit einem Belgier in den
Sacktunnel zu schicken. Natürlich kann man den Sacktunnel auch rechts führen und mit Wechsel
hinter dem Hund den Bogen zur Hürde 7 einleiten. Der Bogen wird allerdings aller Voraussicht
nach etwas größer. Nach dem Slalom war natürlich der Tunnel eine starke Verleitung, aber mit
Slalom links geführt und Belgier über Hürde 9 gut beherrschbar. Auch wird der Bogen zum
Tunnel dadurch sehr eng. Bei der Sequenz nach dem Tunnel waren Hürde 2 und der Tunnel 4
gewisse Verleitungen, aber es war eigentlich nur die Frage ob man den Bogen um den Weitsprung
mitläuft oder nicht. Nach Hürde 17 galt es den Weitsprung zu treffen. Eigentlich kein Problem, man
könnte ja nach Hürde 17 einen Belgier machen und damit die Hürde 13 abdecken. Dann macht
man allerdings den Tunnel, mit beiden Eingängen, auf wie ein Scheunentor. Für Hunde wie z. B.
Diddl, wo jeder Tunnel zieht wie ein Magnet, keine gute Lösung.
Was mich im Wettbewerb sehr verwundert hat war, daß überdurchschnittlich viele Teams
bereits mit dem Anfang scheiterten. Es waren hauptsächlich die 'Vonhintenführer' die,
wenn links geführt durch verzögern oder stehen bleiben oder wenn rechts geführt durch
Wechsel hinter dem Hund an Hürde 3 versuchten den richtigen Tunneleingang zu treffen.
Auf dieses Konto ging eine Vielzahl der Dis.
Uschi mit Age hatte einen etwas eckigen Lauf, darunter litt natürlich die Laufzeit, null Fehler
und Platz 16.
Andrea mit Hope einen Stangenfehler. Florian mit Lass, wieder Klasse die Beiden, null Fehler
und Platz 2 und damit den Sack für den Gesamtsieg zugemacht.
Günter mit Moss auch null Fehler
Platz 9. Diddl lief wie Schienen mit engen Bögen. Der Anfang mit dem Tunneleingang war kein Problem.
Während Diddl im Tunel noch beschäftigt war, habe ich bei Hürde 5 einen Belgier gemacht und Diddl
links geführt vom Sacktunnel sehr eng über Hürde 7 gekriegt. Nach dem Slalom wieder einen Belgier
und auch der Bogen zum Tunnel 10 wurde dadurch sehr eng. Es lief wirklich gut. Von 13 auf 14 bin ich
innen geblieben, auch da wurd der Bogen zur 14 wieder schön eng. Was dann seitens des Hundeführers
abgeliefert wurde kann man nur als tiefstes A0 bezeichnen. Nach dem Reifen 15 etwas 'geschnibbelt',
einen Schritt zu wenig Richtung Hürde 16 gemacht und Diddl innen vorbei gezogen - Dis.
Warum ich diesen einen Schritt nicht gemacht habe, weiß ich nicht.
Die Schlußsequenz mit dem
Weitsprung war auch kein Problem. Schade, an diesem Tag wäre mehr 'drin' gewesen für uns.
Susanne mit Hank, schöner Lauf, null Fehler, nur in der Schlußsequenz hat Hank wieder
höflicherweise etwas auf Susanne gewartet, Platz 10. Bei Liz hat Susanne den Anfang mit Abrufen
und Belgier gemacht wie wir alle, nur Liz hatte sich wohl schon vorher am falschen Tunneleingang
fest geglotzt, weg war sie – Dis. (92 Starter, 17 V0, 15 V, 13 SG, 3 G, 1 NB, 43 Dis).
Die 10 schnellsten Zeiten :
| HF, Hund |
Zeit |
F.-Pkte. |
Rang |
| Müller, Remo, Laicha | 28,11 | 10 | 39 |
| Schmitt, Wolfgang, Garry | 28,19 | 0 | 1 |
| Cerny, Florian, Lass | 28,28 | 0 | 2 |
| Ammon, Esther, Mocke | 28,56 | 15 | 45 |
| Beitl, Alex, Chagall, | 29,18 | 0 | 3 |
| Pfister, Eva, Keen | 29,36 | 5 | 27 |
| Deeg, Andrea, Hope | 29,43 | 5 | 28 |
| Rubner, Gerhard, Jayne | 29,52 | 0 | 4 |
| Bauer, Ralf, Lanos | 29,79 | 0 | 5 |
| Behr, Beate, Elexa | 29,91 | 0 | 6 |
Infolge der hohen Teilnehmerzahl und der vergleichsweise langen Parcours war die Siegerehrung
natürlich nicht schon um 17:00 Uhr zu bewerkstelligen. Ich hatte aber den Eindruck, daß
das angesichts dieses wirklich interessanten Tages keinen sonderlich gestört hat, zumal
auch keinerlei Zeit vertrödelt wurde.
Zum Abschluß dieser AJO-Tour sei allen 'Machern' dieser Turnierserie,
nämlich Organisatoren, Sponsoren, Richtern, Parcourshelfern und
'Infrastruktur-Bereitstellern' Dank und Anerkennung ausgesprochen.
Ich glaube, daß die große Nachfrage und die hohe Teilnehmerzahl
zeigt, wie positiv diese Turnierreihe, nicht nur im Süden von Deutschland,
sondern auch im Ausland aufgenommen wird. Die Qualität des Starterfeldes
dieser Serie geht in allen Leistungs- und Größenklassen weit über das eines 'normalen'
Turniers hinaus. Wir alle hoffen, daß, wie von swhv-Agility-Obfrau
Uta Reichenbach angekündigt, auch im Winter 2004/05 die Turnierserie
wieder stattfinden kann und sich ein Verein findet, der mit einer Halle
für die erste Etappe einspringt. Wir wollen auf jeden Fall wieder teilnehmen.
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